Latein

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Der Artikl is im Dialekt Owaöstareichisch gschriem worn.

Es Latein(ische) is a Sproch, de wos scho ausgstuam is. Des hoaßt, es gibt koane Muadasprochla mehra.

Es gheat zu de Indogermanischn Sprochn, und zwor zur latino-faliskischn Gruppm. Die indogermanischn Vokale ham si ganz guat und die Konsonantn einigermaßn ghaltn. Ober bo der Sprochentwicklung spüln natürli alle Völker, mit denen die Vor-Italiker seit ihrer Einwanderung ztoan ghabt habn, a große Rolln.

Mit der Eroberung der Wölt rund ums Mittlmeer durch die Römer hat si aa ihra Sproch im Westn vom Römischn Reich als Herrschafts- und Kultursproch etabliert; dagegn is im Ostn, wo mit de Nachfolger vom Kini Alexander der Hellenismus a(ngfangt, s Griachische nimma vodrängt wordn. Siehgt ma von a poar Inschriftn und Gebetstexte ob, dann san des ölteste lateinische Schtück de leges duodecim tabularum, also de Zwölf-Tafel-Gsetza, so um 450 vua Christus. Zirka 240 fangt mit der Schriftstöllerei di Literarisierung an und führt in fost 200 Jahr zur vollständign Ausbüldung von da Grammatik mit de Regln, wia ma s heut lernt. Des is di Hochsproch vo de Gebüldetn. Danebm hat s a weniger reglhofte Umgangssproch (den 'sermo cottidianus, also de Alltagssprach) gebm und unzöhlige regionale und soziale Mundartn (Soziolekte), aa in Rom selber. An neichn Schub hod die Sprochentwicklung kriagt durchs Christntum, des im Westen selbstverständlich di allgemein gläufige Sproch benutzt hat und dadurch sein Missionsauftrag had ausführn kinna.

In da Spätantike hat ma mitm Fortschritt von de Wissnschaftn (bsundas Juristerei, Philosophie, Religion) füa neiche Sochn neiche Wörter findn müassn, s römische Vorbild fia die Grammatik wor nimma so streng vopflichtnd, und so schreibm dann im Mittlalta die Gelehrtn ihr oagns Latein, das Mittllatein, wieda aufspalt je nach Bildungsgrad vom 'sermo doctus (Gelehrtnsproch) bis zum Kuchllatein. Lataen is aa di Sproch gwesn fia Uakundn und im diplomatischn Vakaeh.

Aa im Wissnschoftsbetrieb in der Fruan Neizeit ist Lateinisch geschriebn wordn. Des hat si dann taelweis ghaltn bis ins 18. Joarhundert auffa. Wia in de modernen Sprochn in der Neizeid di Grammatik vervollständigt und „verreglt“ wordn is, dann is des nach dem Paradigma vom Lateinischn (Zaetnsystem mit Futur II und Ausbuildung vo de Konjunktive beispülsweis) gschehgn.

Zur totn Sproch is des Lateinische eigentlich durch a guatgmoante Entwicklung gmocht wordn: In der Humanistnzeit hat ma des Latein, des wia da Cicero gschriebm hat, fia vopflichtnd erklärt, oes anderne war foesch, und so hat man si nimma traut, lateinisch z redn oder in der Schul lateinische Theaterstückl aufzfüahrn. So hat ma di Sproch gwissermaßn eingsargt.

Heit is imma nu de offizielle Sproch vum Vatikan, und in da Medizin, voa oim in da Anatomie und fia de Namen vo Medikamente, werds aa no gnutzt. Und obwoihs fost kana mea vasteht und ma eigntli mit so guat wia neamt si af Lataenisch untahoitn ko, miassn imma nu vü Leit in da Schui Latein lerna. Es gibt aber aa lateinische Zaetschriftn, z. B. de Vox latina, und a poar Radioprogramme, Blogs und anderne Angebote im Internet (wia de Vikipaedia Latina) sowiaso.

Do, wo die Lateinisch-Redndn (Soldatn, Kaufleut, Amtsträger) mit der Provinzbevölkerung z tuan ghabt habn, durt habn si aus dem Mischmasch aus Latein und Einheimischnsproch die Anfäng vo de romanischn Sprochn entwicklt. Dann hat ma s Gfühl dafüa volorn, dass des im Vogleich mit der Hochsproch fehlerhoft ist, und hat ogfangt, aa aso z schreibn. Des wor um 800 nach Christus der Fall. (Interessanterweis existiert um di gleiche Zaet a scho des Althochdeutsche, des wo si ab 400 noch Christus im Lauf vo da Völkerwandrung ausm Germanischn abgspalt und weiterentwicklt hot.)

Iatst homma ois Ergebnis de Romanischn Sprochn: Spanisch, Portugiesisch mit Brasilianisch, Fraunzesisch, Italienisch, Rumänisch mit Moldawisch, Sizilianisch, Katalanisch, Galicisch, Okzitanisch, Sardisch, Furlanisch, Ladinisch, Räto-Romanisch und Aragonesisch (sortiat noch da Anzahl vo Muttasprachla). Und des sand blos de Standardsprachn, danem gebts no an Haffa romanische Dialekte.

A poa Bsundaheitn vum Lateinischn sant

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  • sechs Fälle: Nämli de unsrigen und a nu a Vokativ und a Ablativ
  • a Verbaladjektiv mit der Büdung mit -nd-, des uma de Bedeitung von am ned vorhandanen Partizip Präsens Passiv hat; z. B. in imperatore eligendo: (eigntli bo dem Kaiser, der jetzt grad gwöit wird) bo der Wahl von dem Kaiser
  • es Verb wiad hauptsächli mit Endunga beigt, net mit Hüfszeitweata
  • de Woatstöllung is fost egal - theoretisch kaunst af lateinisch stot "Mei Vota hot zwöf Bia trunga" a "Bia mei trunga Vota zwölf hot" schreim, weil de Endunga zang, wöche Wörta zaumghean

A waun mas goa net merkn, a poa lateinische Sochn kennt a jeda!

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  • s'Video: video = ich sehe
  • da Audi: Ibasetzung vum oitn Naumen Horch
  • d'Republik: res publica = effntliche Soch
  • Gaudi: vo gaudium = Freid
  • Disco: vo discus = Scheibn

Des sant neta a poa Beispü, do gabats natiali nu vü meara.

Schau aa

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