Langobardische Sproch

(Weidagloadt vo Langobardisch)
Der Artikl is im Dialekt Obaboarisch gschriem worn.

Langobardisch is a ausgstorbane germanische Sproch, wo vo de Langobarden gred worn und bis spodastns im 10. Joarhundat ausgstorbm is.

Langobardische Sproch
Ausgstorbm im Middloida
Gred friaha in Pannonien, Norditalien
Klassifikation
  • Langobardisch
Schriftsystme
Schrift Runenschrift
Sprochcode
ISO 639-1 --
ISO 639-2 gem (sunstige german. Sprochn)
ISO 639-3 lng

Gschichtli gseng is de Sproch vo de Langobarden eascht im 6. Joarhundat fossba, wias eanan Wohnsitz z Pannonien aufgebm hom und af Norditalien eingwandat san. Zua Schriftsproch hod se s Langobardische nia entwicklt, wei de Langobardn z Italien schnej de romanische Mundort vo de Einheimischn ognumma hom und ois Schriftsproch nacha s Lateinische gnutzt hom.

Sprochdenkmäla

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Es is nua a weng Originaltext iwaliefat. De ejdastn Iwaliefarunga san Runenschriftn, dazua kema no Urkundn wia da Codex diplomaticus Langobardorum, da Edictus Rothari und da Edictus Langobardorum sowia Gschichtswerke wia da Historia Langobardorum vom Gschichtsschreiba Paulus Diaconus. Es san owa fost oiwei nur Personanama, Ortsnama sowia Oanzlweata.

  • De brozane Amulettkapsl vo Schretzham (Bayern, um 600):
Obaseitn:            
Transskription: arogisd (Arogis oda Arogast = männlicha Nama; Aro = Adla)
Untaseitn:                       :          
Transskription: alaguþleuba : dedun ("Alaguth und Leuba homs gmochd"; wos, woass ma ned genau, vialleicht de Runeninschrift; bei dera Intapretation waradn des zwoa Fraunnama; dass de an Schmuck gmocht ham, warad af de Zeit bezogn unwoascheinli)[1]. Es gibt owa no a andare Interpretation. Oba- und Untaseitn zamma kennt ma a so lesn: "Arogast und Alaguth hom Liab gmocht".
  • De zwoa Fiben vo Pallersdorf, Ungarn (Mitte 6. Joahundat):
Fibula A:             :      
Transskription: godahid unj[a] ("Da Godahild mid Liab")[1]
Fibula B:                 :          
Transskription: (k?)arsiboda segun ("Vom Arsiboda gsegnet")[1]

Es gibt sogoa a poar Weata, wo si im Italienischen bzw. in italienischn Dialekt dahoidn hom:

  • panca "(Sitz-)Bank"
  • zolla standarddeitsch: "Scholle" (entspricht mittlhochdeitsch Zolle "Klumpn aus Mist oda Eis")
  • pizza (entspricht meglichweis etymologisch am boarischn Bissn)
  • guardare "si oschaugn" ausm Wort wartan (ois Wart betreien, wartn)
  • 'staffa "Steigbiagl" (entspricht deitsch Stapfn)

Lautsystem

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S Langobardische hod dd Lautvaschiabung nur zan Tei mitgmocht.

  • p > p/f: uuorf "Wurf" (ahd. wurf); ploou "Pfluag" (ahd. pfluog), camfio "Kämpfa" (ahd. cempheo)
  • t > z/s: zon "Zaun" (ahd. zûn); uualapauz "Schreckgstoit" ; Gaus, Gettanama (an. Gautr).
  • k > c/ch: accar "Ocka" (ahd. ahhar); fulc "Voik" (ahd. folch); Wacho, a Kenig (got. Wacca)
  • b > b/p: bard, pard "Boat" (ahd. bart); pul "kloana runda Stoa" (ahd. bûlia); raub "Raub" (ahd. roub)
  • d > d: fader "Vodda" (ahd. fater); gild "Gejd" (ahd. gelt)
  • dr > tr: trocting "Brautfiara"
  • g > g/c: gab, cap "Gob" (ahd. geba); grab, crap "Grob" (ahd. grab); morgin "Morgn" (ahd. morgan)
  • th- > th-: thinx "Gricht, Thing" (ahd. ding); threu "Diena" (ahd. drigil)
  • -th- > -d-: aido "Eidhejfa" (ahd. ga-eido); uuald "Woid" (ahd. wald)
  • w > w/gw: uuald, guald "Woid" (ahd. wald); Wodan, Gwodan, Gettanama (ahd. Wuotan)
  • ht > ct: acto "ocht" (ahd. ahta); trocting "Brautfiahra"

Im Gegnsotz zu de andan oidhochdeitschn Sprochn hod si da Vokal ned vaändat:

  • lbrd. ai: gaire "Speer" (ahd. gêr); pair "Eba" (ahd. bêr)
  • lbrd. au: launo "Lohn" (ahd. lôn); raub "Raub" (ahd. roub)
  • lbrd. ô: Gwodan, Getternama (ahd. Wuotan); plod "Bluad" (ahd. bluot); stol "Stui" (ahd. stuol)
  • lbrd. ê: meda "Brautgob" (ahd. miata "Lohn")

De Kurzvokale i und e bzw. u und o hom si vamischt, woi untam Einfluss von Romanischn und aa von Gotischn.

Sprochvawandschoft

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Zamma mitm Boarischn und Alemannischn weads Langobardische za de obadeitschen Sprochn grechnat. Fia de historische Sprochwissnschoft is des Langobardische voa oim deshoib interessant, wei dees am End vom 6., Ofang vom 7. Joarhundat de friahastn Belege fia de hochdeitsche Lautvaschiabung san.

  1. 1,0 1,1 1,2 J.H. Looijenga, Runes Around The North Sea And On The Continent Ad 150-700, PhD diss. Groningen 1997, p. 158. Download PDF (Memento des Originals [1] vom 2. Mai 2005 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dissertations.ub.rug.nl

Literatua

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  • W. Bruckner, Die Sprache der Langobarden, 1896 [Neudr. 1969]
  • F. van der Rhee, Die germanischen Wörter in den langobardischen Gesetzen, 1970
  • M. Pfister, Langobardische Superstratwörter im Italienischen, In: Jb. für internat. Germanistik 11, 1979, 100-110
  • P. Scardigli, Goti e Longobardi, 1987
  • J. Tischler, Zum Langobardischen, In: Heinrich Beck (Hrsg.): Germanische Rest- und Trümmersprachen. Berlin 1989 ISBN 3-11-011948-X
  • Adolf Bach, Geschichte der deutschen Sprache, 8. Aflog, (Heidelberg 1961)
  • Claus Jürgen Hutterer, Die germanischen Sprachen, Wiesbaden (1999), 336–341.
  • J.M. Wallace-Hadrill, The Barbarian West 400-1100, 3rd edn (London 1969), Ch. 3, "Italy and the Lombards"
  • Nicoletta Francovich Onesti, Vestigia longobarde in Italia (468-774). Lessico e antroponimia, 2. Aflog (Roma 2000, Artemide ed.)

IM Netz

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